Krankenversicherungen – Luxus oder eine Selbstverständlichkeit?
Die westeuropäischen sozialen Sicherungssysteme gelten als vorbildlich und wer in Deutschland aufgewachsen ist mag sich darüber wundern, dass diese Selbstverständlichkeit weltweit nur wenig Verbreitung gefunden hat.
Die meisten Staaten dieser Erde verfügen kaum über die ausreichenden Steuereinnahmen um die Kosten für die Gesundheitsvorsorge ihrer Bewohner aus öffentlicher Kasse zu sichern. Jeder Einzelne steht dabei selbst in der Verantwortung, seine Gesundheit zu erhalten und gelingt dies nicht, so müssen entweder die eigenen Ersparnisse zur Wiederherstellung der Gesundheit herangezogen werden oder auf ein natürliches Ende des Krankheitsverlaufs gehofft werden. Letzteres ist jedoch nicht selten dann auch das natürliche Ende des Betroffenen selbst. Das Fehlen einer flächendeckenden Krankenversicherung ist allerdings kein Problem, das nur auf Staaten der dritten Welt beschränkt ist.
Selbst reiche Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika kennen kein Sicherungssystem für die Kosten der Gesundheit, das für jedermann verfügbar ist. Die Senatorin Hillary Clinton warb im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur im Frühling 2008 mit der Einführung einer Krankenversicherung, die für jedermann verfügbar sein solle, nachdem ausgerechnet ihr Ehemann Bill Clinton große Teile genau dieser in den 1990er Jahren abgeschafft hatte.
Seit dem Februar 2007 unterliegt jeder Bürger in Deutschland der Pflicht, eine Krankenversicherung nachzuweisen. Wer Beamter, Freiberufler oder als Angestellter die Versicherungspflichtgrenze überschreitet oder wer ein eigenes Gewerbe betreibt, mag selbst für sich entscheiden, eine private Krankenversicherung zu Nutzen oder sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern.
Ob die nach deutscher Gründlichkeit verordnete Krankenversicherung, je nach Status „Privat“ oder „Gesetzlich“ das Allheilmittel ist, wird sich daran messen lassen, welches der beiden Systeme langfristig für den Bürger bezahlbar bleibt.
--geschrieben von findur - Andreas Mettler - Webseite

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