Existenzgründung und Businessplan
Eine Existenzgründung vorzubereiten, erfordert diverse Gründungsschritte, im Grunde eine Art Gründungsablaufplan für die Zeit vor, während und nach der Existenzgründung. Der Businessplan ist dabei nur einer, wenn auch wichtiger, Bestandteil dieses Gründungsablaufs. Zu Beginn einer Existenzgründung steht sicherlich immer die Geschäftsidee. Haben Sie noch keine Geschäftsidee, sollten Sie sich den Businessplan anderer Unternehmungen im In- und Ausland anschauen und ggf. überlegen, ob es Möglichkeiten gibt, diesen oder Teile davon zu kopieren. Bekanntes Beispiel für in der Internetszene ist studivz, ein Businessplan der vorher bereits erfolgreich von facebook realisiert wurde. Aber natürlich können Sie auch versuchen durch Kreativitätstechniken nach einer Geschäftsidee für Ihre Existenzgründung suchen. Oder, und das sollten Sie als angehender Unternehmer, eigentlich immer beachten, Sie gehen einfach mit offenen Augen und Ohren durchs Leben und stellen sich die Frage, welche Ideen einen Nutzen, einen Mehrwert, für Sie oder Ihre Mitmenschen bringen würden.
Gehen wir davon aus, Sie haben Ihre Geschäftsidee bereit gefunden, befinden sich in der Vorgründungsphase, und benötigen nun einen Businessplan für Ihre Existenzgründung Wozu? Für Sie selbst! oder für eine Finanzierung! oder für die Agentur für Arbeit! oder für eine fachkundige Stelle, welche Ihre Gründungsidee auf Tragfähigkeit überprüfen soll. Sind Sie arbeitslos gemeldet und beziehen Arbeitslosengeld 1, dann benötigen Sie den Businessplan bei Existenzgründung, um den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit zu beantragen. Sind Sie arbeitslos gemeldet und beziehen Arbeitslosengeld 2, dann werden Sie den Businessplan für das Einstiegsgeld benötigen, welches Sie bei Existenzgründung beantragen können. Und unabhängig davon, ob Sie ALG1 oder ALG2 Bezieher sind, brauchen Sie einen Businessplan auf jeden Fall, wenn Sie neben den genannten Zuschüssen auch noch Fremdkapital beantragen möchten, egal ob bei einer Hausbank (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank usw.) oder bei einer Förderbank (wie der KFW).
Bevor wir zu den Inhalten für Ihren Geschäftsplan kommen, einige Anmerkungen zu den fachkundige Stellen für Ihre Existenzgründung. Eine fachkundige Stelle soll die Tragfähigkeit über eine fachkundige Stellungnahme dokumentieren, welche Sie dann wiederum bei der Institution (Arbeitsagentur oder Förderbank) einreichen, welche die fachkundige Stellungnahme gewünscht hat. Als fachkundige Stellen sind in der Regel die Industrie- und Handelskammern (für eine Existenzgründung als Dienstleister oder im Handel), die Handwerkskammern (für eine Existenzgründung im Handwerk) , Fachbverbände, der Verband freie Berufe (wie der Name schon sagt für eine Existenzgründung als Freiberufler), Unternehmensberater, Steuerberater, Rechtsanwälte, Gründerzentren, Gründervereine und teilweise auch Banken zugelassen. Die fachkundige Stelle will dann meistens vor Ihrer Existenzgründung neben Ihrem Businessplan mit entsprechendem Zahlenmaterial auch noch weitere Qualifikationsnachweise sehen (Zeugnisse, Abschlüsse, besuchte Seminare im fachlichen und kaufmännischen Bereich usw.). Natürlich sollten Sie auch das entsprechende Formular für die fachkundige Stellungnahme abgeben, damit die fachkundige Stelle Ihnen die Tragfähigkeit bescheinigen kann.
Kommen wir nun zu den Businessplan Inhalten: Neben einem Deckblatt und einer Übersicht zu Ihnen als Gründerperson und zum Inhalt des Businessplan`s ist es zu Beginn wichtig, gleich in Form einer Zusammenfassung auf die wichtigsten Punkte Ihres Vorhabens einzugehen. Dies erscheint zwar im ersten Moment etwas unlogisch, das sich die Zusammenfassung am Businessplan Anfang befinden soll, aber es geht darum, dass sich der Leser möglichst schnell in Ihr Vorhaben reinversetzen kann und insbesondere oberflächliche Leser, welche aus Zeitgründen nicht jeden Businessplan im Detail durchlesen können, sofort wissen, worum es geht und ob es sich ggf. lohnt auf den Folgeseiten in Details zu gehen. Nach der Zusammenfassung sollten Sie sich als Gründerperson etwas ausführlicher darstellen, dann die geplante Unternehmensform und danach können Sie bereits auf das geplante Produkt bzw. die geplante Dienstleistung eingehen, welche Sie an Mann bzw. an die Frau bringen wollen. Im nächsten Abschnitt sollten Sie dann etwas zum Ihrem Marktumfeld, zur Konkurrenz, zur Branche und zum Standort schreiben. Danach sollte Ihr Businessplan auf das Thema Vermarktung Ihrer Gründungsidee eingehen, also wie wollen Sie sich und Ihre Dienstleistung vermarkten. Wenn Sie dann noch etwas zum Personal und zur Kalkulation schreiben und das ganze mit Zahlenmaterial in Form einer Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, einer Liquiditätsvorschau und ggf. noch mit einem Kapitalbedarfsplan ergänzen, sollte der grobe Businessplanaufbau stimmen.
--geschrieben von Businessplan - Paul Meier - Webseite

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