Crossgolf ist ein urbaner Freizeitsport
Die Zugangsbarrieren für neugierige Anfänger im Golfsport sind vergleichsweise hoch, was sich einmal in dem sehr umfangreichen Regelwerk mit seinen vielen Details und Auslegungen liegt, und zum anderen in dem im Vergleich zu anderen Sportarten relativ hohen Finanzbedarf, der für Ausrüstung, Golfkurse, Clubbeiträge und Greenfee zu entrichten ist.
Dabei fing Golf in den schottischen Highlands vor einigen Jahrhunderten im Vergleich zu heute eher bescheiden in Material und Anforderungen an die Umwelt an. Ein einfacher Ball wurde mit einem Stock über die Weiten der Natur geschlagen, auf ein spontan festgelegtes Ziel hin, das mit möglichst wenig Schlägen erreicht werden musste.
Den Traditionalisten unter den Golfspielern ist diese Anfangsgeschichte ihres Sportes wohl bekannt, jedoch schätzen sie die Verfeinerungen in Regelwerk und insbesondere in der Ausgestaltung des Golfareals vermutlich sehr, wenn sie mit ihrem Golfbag über das heimische Green des Clubs ziehen und ihr Handicap verbessern. Jedoch gibt es in immer mehr Städten eine Gegenbewegung, die den Golf quasi zurück zu den Wurzeln und basisdemokratischer praktizieren wollen, zumeist Jugendliche und junge Erwachsene, sie nennen sich selber Crossgolfer und ihren Sport dementsprechend Crossgolf.
Bei diesem gibt es keine festgelegten Golfplätze, sondern die Umgebung wird kurzerhand zum Golfspielplatz gemacht, als Loch kann dann ein bestimmter Bereich beispielsweise in einer stillgelegten Fabrikanlage gelten, auch auf alten Militärflughäfen sind Crossgolfer anzutreffen. Denn schliesslich kann bei Distanzschlägen der Ball nicht einfach in einem öffentlichen Park gespielt werden, besteht doch immer die Gefahr, mit dem herumfliegenden Ball Unbeteiligte zu treffen oder gar zu verletzen.
Die Crossgolfer legen auch sonst keinen gesteigerten Wert auf die üblicherweise im „richtigen“ Golf zu beachtende Etikette und die Vielzahl der Regeln, gespielt wird hauptsächlich aus Freude am Spiel und Faszination dafür, einen kleinen Ball mit einem Schläger durch die Gegend zu schlagen. Sportlicher Ehrgeiz zählt auch, doch vor allem steht der Spaß im Vordergrund.
--geschrieben von findur - Andreas Mettler - Webseite

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